Mama Tenga.
In Burkina Faso nennen sie Katrin Rohde so: Mama Tenga. „Mutter – Vaterland." Sie hat 1995 angefangen, ein Heim für Waisenkinder in Ouagadougou aufzubauen. Heute, 30 Jahre später, trägt AMPO eine Krankenstation, eine Bio-Lehrfarm, eine Schneiderwerkstatt, eine Sozialstation, eine Ausbildungsförderung — und ein vollständig burkinisches Direktorinnen-Team.
Das ist die letzte Folge unserer Reihe. Es geht um die Frau, ohne die es das alles nicht gäbe.
Was sie aufgegeben hat
Im Film spricht Katrin über den Moment, an dem sich alles geändert hat. Sie erzählt es so:
Ich habe dann Erich Fromm gelesen, und danach habe ich mich ganz klar entschieden: Ich will nichts mehr haben. Ich will sein. Also habe ich alles verkauft, was ich hatte. Das meiste habe ich verschenkt. Dann habe ich meine Buchhandlung verkauft und bin — zum großen Entsetzen meiner Eltern und vieler Freunde — ausgewandert.
Ein Buch. Eine Entscheidung. Eine Buchhandlung verkauft. Eine Auswanderung. Was klingt wie ein Lebenslauf-Eintrag, ist die Grundlage von 30 Jahren AMPO.
Wie sie sich gefühlt hat
An einer Stelle im Film sagt Katrin, wie sich das Ankommen anfühlte:
Ich hab mich oft gefühlt — das hab ich gesagt — wie eine einzelne Socke in einer Riesenwaschmaschine.
Niemand baut etwas auf, ohne sich phasenweise verloren zu fühlen. Auch Mama Tenga nicht. Auch nach 30 Jahren erinnert sie sich präzise daran.
Ihr erstes Ziel
Im Film formuliert sie auch, was sie sich für AMPO als Vision gesetzt hatte — von Anfang an:
Eines meiner ersten Ziele war: Afrika den Afrikanern. Und darauf habe ich gezählt und darauf habe ich hingearbeitet. Und dieses Ziel habe ich erreicht. Seit acht Jahren tatsächlich gibt es keine einzige Weißnase mehr in ganz AMPO.
Wer Folge 6 mit Dénis Yameogo gesehen hat, kennt die andere Seite dieses Satzes: ein burkinischer Generaldirektor, ein burkinisches Direktorinnen-Team, eine eigene kollektive Verantwortung. Es ist erreicht. Katrin hat es so gewollt.
Wo Freude lebt
Und einen Satz hat sie für alle Phasen, in denen es schwer wurde:
Freude liegt doch so auf der Straße — in Schönheit, in Freundlichkeit, im Geben. Traurigkeit kommt dich besuchen. Freude musst du suchen gehen.
30 Jahre AMPO — gefeiert von denen, für die es gegründet wurde
Im Film sehen wir Katrin bei der 30-Jahre-Feier. Eines der AMPO-Kinder begrüßt sie:
Heute wird AMPO 30, gegründet von einer großen Dame, die Mama von allen Waisenkindern. Kindern in Not hat sie ein neues Leben ermöglicht. Sie ist Mama Tenga. Frau Katrin Rohde, der wir heute unsere Dankbarkeit ausdrücken.
Und ein Junge fasst zusammen, was AMPO ist und wer es trägt:
Danke, Mama Tenga. Die Kraft sind wir.
Was Katrin Burkina Faso zuruft
Am Ende der Folge — am Ende dieser Reihe — öffnet Katrin selbst den Blick:
Bitte, liebes Burkina Faso, helft jedem Kind, Bürger der Zukunft zu werden — ein Demokrat, ein Mensch, der unserem Land hilft.
Was Sie hier sehen
Sieben Minuten Finale. Eine Gründerin, die aus dem Bild heraustreten kann, weil andere weiterführen. Ein 30-Jahre-Jubiläum. Eine Feier. Und ein Satz von ihr selbst, der die ganze Reihe trägt: „Ich will sein."
Die Reihe endet — die Arbeit nicht.
Managré Nooma — Das Gute geht nie verloren — ist mit Folge 10 abgeschlossen. AMPO trägt weiter. In Ouagadougou. Jeden Tag. Wenn die Reihe Sie berührt hat, sagen wir Danke — und laden Sie ein, dabei zu bleiben.
