Wer bei MIA/ALMA ausbildet — und warum.
Diana Aseta ist 36 Jahre alt und tätig bei MIA/ALMA, einem Schutzhaus für Mädchen in schwierigen Lebenslagen. Seit 2015 leitet sie die interne Schneiderwerkstatt von MIA/ALMA als Ausbilderin.
Im Film sehen wir sie an der Nähmaschine, neben einer ihrer Schülerinnen. „Das hier ist zu dick. Jetzt nähst du diese Seite so wie hier."
Ich liebe das Nähen. Wenn mir jemand sagt: Du trägst schöne Kleider, ich sage, dass ich sie selbst genäht habe.
Diana erzählt im Film, wie Freude entsteht, wenn sie ein Kleidungsstück herstellt und es jemandem gibt — und die Person sich darüber freut. „Das erfüllt mich sehr."
Was MIA/ALMA ist
MIA/ALMA ist ein Heim für verstoßene Mädchen, deren Leben gerade eine andere Richtung nimmt, als sie sie selbst wählen würden. Die Frauen dürfen sich hier zwei Jahre aufhalten. Auf dem Gelände befindet sich auch die Schneider-Werkstatt, in der die Mitbewohnerinnen ihre Ausbildung absolvieren.
MIA/ALMA nimmt Mädchen auf, die von einer Zwangsehe bedroht oder ungewollt schwanger sind.
Hier wird Schneiderhandwerk vermittelt. Messen und Maßnehmen. Schnittmuster zeichnen. Gerade nähen. Vorlagen einhalten. Es ist die Grundlage für ein eigenes wirtschaftliches Standbein — und ein Ort, an dem ein Mädchen wieder ankommen kann.
Wie Diana selbst gekommen ist
Diana erzählt im Film ihre eigene Geschichte.
Ich kam 2007 zu MIA/ALMA im Alter von 17 Jahren. Der Grund dafür war eine Zwangsheirat. Das war nach dem Tod meines Vaters.
Sie blieb. Sie lernte. Heute bildet sie selbst aus. Und neben der Schneider-Ausbildung gibt sie den Mädchen Ratschläge — weil sie weiß, was sie hierher gebracht hat.
Da ich ähnliche Probleme wie sie erlebt habe — ich weiß, was sie hierher gebracht hat.
Warum sie bleibt
Diana wurde gefragt, warum sie weiterhin in MIA/ALMA arbeitet. Im Film antwortet sie:
Ich möchte hier bei MIA/ALMA bleiben, um auch weiter helfen zu können. Denn als ich hier ankam, haben mir auch viele geholfen.
Es ist Reziprozität, kein Pflichtgefühl. Das, was sie bekommen hat, gibt sie weiter.
Zum 30-Jahre-Jubiläum
Diana und ihre Schülerinnen haben für die 30-Jahre-Feier von AMPO viel genäht. „Das möchten wir präsentieren." Im Film sagt sie auch, was sie den jungen Frauen mit auf den Weg geben würde:
Ich wünsche den jungen Frauen von MIA/ALMA alles Gute. Es ist in diesem Bereich nicht einfach. Man muss geduldig sein und man muss mutig sein.
Was Sie hier sehen
Vier Minuten Schneider-Werkstatt. Nähmaschinen, Stoffbahnen, junge Frauen am Tisch. Und eine Ausbilderin, die selbst durch diese Tür gekommen ist — und heute andere durch sie führt.
